Bastelprojekt “Ondine” Teil 1

Apr 4, 2019Reparatur

Die 32 Fuß Ketch, Baujahr 1989 mit dem Namen “Ondine” ist unser neues Bastelprojekt.

 

Der Zweimaster mit Mittelcockpit steht seit fast 5 Jahren trocken in der Nähe von Harderwjik in den Niederlanden auf dem Dock. Sie wurde zwar fachgerecht Winter bzw. Sommerfest gemacht, doch die Zeit hat Ihre Spuren hinterlassen. Korrodierte Kontakte im Motor und Innenraum – Elektronik, Teak deck undicht, vereinzelte GFK Schäden, 8er Kajüte unbenutzbar, Fenster und Luken undicht, um nur ein paar Dinge zu nennen. Der schwedische Cruiser soll erst mal einen neuen Außenanstrich bekommen, dazu wird der alte Lack in penibler Handarbeit rundgeschliffen. Unsere Schleifmaschinen waren nicht die besten, deswegen dauerte die Arbeit länger als erwartet, denn so ein Bootslack ist ganz schön hart.
Erst mal den Lack runter, konnten wir mit der zur Sonne gerichteten Seite des Schiffes anfangen den neuen Lack mit einer Rolle aufzutragen. Die zu streichende Oberfläche, darf eine bestimmte Temperatur nicht unterschreiten, da sich der Lack dann nur noch sehr schlecht verarbeiten ließ. 20-24‘C war, wie wir herausgefunden haben die optimale Verarbeitungstemperatur. Nachdem eine Seite geschafft war, musste der Lack anständig Trocknen und bekam darauf, nach Kurzem anschleifen eine zweite Lackschicht.

Das Teak Deck war das nächste große Problem. Wenn man sich noch mal ein Bötchen aussuchen könnte, dann lieber ohne Teak, doch es war jetzt nur mal da und musste ausgebessert werden. Bei Teak Arbeiten müssen folgende Schritte eingehalten werden, sonst ist die ganze Arbeit fürn Eimer. Anschleifen, altes Sikaflex mit einem scharfen Messer rausschneiden, den Primer nicht vergessen. Fuge abkleben, mit neuem Sikaflex füllen und glatt streichen. Nächsten Abschnitt abkleben usw. Danach mit Lack oder speziellem Öl das Holz versiegeln.

Ist es das alles wirklich wert?

 

Die ganze Arbeit, auf sich zu nehmen, um nachher nicht man zu wissen, ob alles funktioniert oder, geschweige segelt? Wenn man mal einen genauen Blick auf die Form und Eigenschaften des Bootes legt, erkennt man das enorme Potenzial. Wenn alle Kabinen funktionsfähig sind, ist das Boot für maximal 6 Personen ausgelegt. Somit können zwei Personen im Piek, zwei im Salon, mit heruntergeklapptem Esstisch und zwei in der Achterkabine gemütlich schlafen. Entspannter ist es natürlich mit weniger Personen. Zudem bietet die 9,70 m große Jacht einen erstaunlich großen Innenraum mit ausreichender Stehhöhe, Platz zum Kochen, speisen und verweilen. Die eigenständige Achterkabine ist vom Salon abgetrennt und perfekt für Kinder und Paare.

 

Ein großer Vorteil: Es ist eine Ketsch!

 

Dadurch das die Jacht über 2 Masten verfügt ist somit auch die Höhe des Großmastes geringer als bei einem Sloop. Daraus resultierend muss nicht bei jeder Brückenunterfahrt die Klappbrücke angesteuert werden, sondern man kann einfach drunter herfahren, sofern man weiß wie hoch die Brücke bzw. der Mast ist. Als die Jacht noch voll funktionstüchtig war, war schon fast alles an Bord. Ein Autopilot, Tiefenmesser, Windmesser, Warmwassertherme, Fernsehantenne, Kühlschrank mit Eisfach und das Beste ist, die Segel sind fast ungenutzt. Der 27 PS starke Volvo Penta ist durch die große Motorabdeckung kinderleicht zu erreichen. In den letzten 20 Jahren lief er nur ca. 130h, somit ist er fast neu. Leider wurde er die letzten 5 Jahre nicht gestartet, aber dazu später mehr.
Wir rechnen mit ca. 3–4 Monate Arbeitszeit, um unser Bastelprojekt wieder herzurichten. Für jede große Reparatur wird es eine neue Story geben.
 
Den aktuellen Stand findend Ihr hier.
 
 

 

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